Kurze Pause zwischendurch & Kraft tanken bei Gott
Es ist 21:47 Uhr. Die Küche ist wieder hergestellt, die Kinder schlafen, die E-Mails oder unbeantworteten Chats sind beantwortet. Du sinkst auf die Couch und bist einfach nur müde. Doch statt zur Ruhe zu kommen, rattert dein Kopf weiter: Morgen muss ich noch… Ich hätte heute eigentlich… Die anderen schaffen das doch auch…
Und dann dieser leise Vorwurf: Ich habe keine Zeit, erschöpft zu sein.
Kennst du das? Dieses Gefühl, dass Pause machen sich irgendwie falsch anfühlt? Dass Ruhe etwas für die anderen ist, aber nicht für dich? Dass du erst verdienen musst, was Gott dir längst schenken möchte?
Ich ertappe mich immer wieder dabei, wie ich mich selbst gerne optimierter sehen würde, als ich es bin. Aber hier dürfen wir uns sagen: Du hast Erlaubnis zur Pause. Nicht erst, wenn alles erledigt ist. Nicht erst, wenn du genug geleistet hast. Sondern jetzt. Aus Gnade.

Du hast Erlaubnis zur Pause
Innere Zustimmung – warum Pause keine Schwäche ist
Wir leben in einer Welt, die Geschäftigkeit belohnt und Stille nur für ‚die bewusste Auszeit‘, das Spa-Retreat gelten lässt. . Wer innehält, gilt schnell als unproduktiv. Wer Verschnaufpausen einlegt, könnte den Anschluss verlieren. Und so rennen wir, oft mit einem Lächeln im Gesicht, von Termin zu Termin, von Aufgabe zu Aufgabe, von Erwartung zu Erwartung.
Doch Gott sieht dich anders. Er sieht nicht nur, was du tust, sondern wie es dir dabei geht. Er kennt deine Sehnsucht nach Ruhe, deine heimlichen Momente, in denen du dir wünschst, einfach nur zu sein. Ohne Performance. Ohne Rechtfertigung.
Pause zu machen ist keine Schwäche. Es ist ein Akt des Vertrauens. Es bedeutet, dass du glaubst: Die Welt dreht sich weiter, auch wenn ich für einen Moment innehalte und loslasse. Gott trägt, was ich gerade nicht halten kann.
Die Sehnsucht nach Stillwerden im Glauben
Vielleicht kennst du diese Sehnsucht nach geistlicher Erfrischung. Nach einem Ort, wo du nicht funktionieren musst. Wo du nicht erst beweisen musst, dass du es wert bist, geliebt zu werden. Wo du einfach sein darfst – mit all deiner Erschöpfung, all deinen Zweifeln, all deiner Unvollkommenheit.
Diese Sehnsucht hat Gott selbst in dein Herz gelegt. Sie ist kein Zeichen von Versagen, sondern ein Kompass, der dich zu Ihm führt. Innehalten im Alltag bedeutet, diesem inneren Ruf zu folgen und zu sagen: Ja, ich brauche Dich. Ja, ich will Dir nahe sein. Ja, ich lasse mich von Dir beschenken.
Gottes Perspektive auf Ruhe
Biblische Wahrheiten über Stille und Erholung
Jesus selbst lädt uns ein:
„Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Ruhe geben.“
Matthäus 11:28
Lies diese Worte noch einmal langsam. Jesus sagt nicht: „Kommt zu mir, wenn ihr alles erledigt habt oder die Wohnung sauber glänzt.“ Er sagt: Kommt – genau so, wie ihr seid. Müde. Beladen. Erschöpft.
Die Ruhe, die Er anbietet, ist keine Belohnung für Leistung. Sie ist ein Geschenk für alle, die erkennen, dass sie sie brauchen.
Auch in Markus 6,31 sehen wir, wie Jesus seinen Jüngern nach einem intensiven Dienst sagt: „Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht euch ein wenig aus.“ Jesus verstand, dass seine Jünger eine Verschnaufpause brauchten – nicht nur körperlich, sondern auch seelisch und geistlich. Und was für sie galt, gilt auch für dich.
Von Schuld zu Gnade – Ruhe als göttliches Geschenk
Vielleicht hast du gelernt oder – wie ich – dir selbst antrainiert, dass Ruhe etwas ist, das man sich verdienen muss. Dass man erst genug getan haben muss, bevor man zur Ruhe kommen darf. Doch Gottes Perspektive ist völlig anders: Ruhe bei Gott ist Gnade. Sie ist nicht das Ergebnis deiner Anstrengung, sondern das Fundament, aus dem heraus du leben darfst.
Gott hat Ruhe in den Schöpfungsrhythmus eingewoben. Am siebten Tag ruhte er – nicht, weil er erschöpft war, sondern weil Ruhe heilig ist. Weil Innehalten Teil seines guten Plans für uns ist.
Du musst dir Gottes Nähe nicht erkämpfen. Du musst dir Frieden nicht verdienen. Du darfst kommen. Du darfst empfangen. Du darfst aufatmen.
Biblische Beispiele fürs Innehalten
Jesus suchte Stille – Alleinsein mit dem Vater
Jesus hatte sicher einen vollgepackten Terminkalender. Menschen brauchten ihn. Kranke suchten Heilung. Menschenmengen wollten seine Worte hören. Und trotzdem lesen wir immer wieder: „Jesus zog sich zurück.“ Er suchte bewusst die Stille. Er nahm sich Zeit, um mit dem Vater allein zu sein.
Wenn der Sohn Gottes Rast brauchte, um aufzutanken und in der Gegenwart des Vaters zu sein – wie sehr brauchen du und ich diese Momente?
Jesus zeigt uns: Stille Zeit mit Gott ist keine verschwendete Zeit. Sie ist die Quelle, aus der alles andere fließt. Aus der Begegnung mit Gott kommt Klarheit. Aus der Ruhe bei ihm kommt Kraft. Aus seiner Nähe kommt Zuversicht.

Psalm 23 – Der gute Hirte führt zur Ruhe
Einer der bekanntesten Psalme der Bibel beschreibt genau diese Erfahrung:
„Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele.“
Psalm 23:1-3
Beachte: Der Hirte führt zur Ruhe. Du musst sie nicht selbst organisieren oder erzwingen. Gott lädt dich zu grünen Auen ein. Er bringt dich zu Orten der Erfrischung. Deine Aufgabe ist es, Ihm zu folgen. Dich führen zu lassen. Zu vertrauen, dass Er weiß, was du brauchst.
Und dann geschieht etwas Wunderbares: Deine Seele wird erquickt. Nicht durch hektisches Selbstmanagement, sondern durch die liebevolle Fürsorge dessen, der dich besser kennt als du dich selbst.
Geistliche Schritte zu mehr Ruhe im Alltag
Praktische Impulse – kleine Pausen und Stillezeiten etablieren
Innere Ruhe finden beginnt oft mit kleinen Schritten. Du musst nicht gleich ein zweiwöchiges Retreat buchen (auch wenn das wunderbar wäre). Fang da an, wo du bist:
Kurze Momente der Stille: Drei bewusste Atemzüge am Morgen, bevor du aus dem Bett steigst. Ein Gebet, während der Kaffee durchläuft. Fünf Minuten auf dem Balkon, bevor der Tag richtig losgeht.
Bewusste Unterbrechungen: Stelle dir einen Timer für eine kurze Gebetspause am Nachmittag. Nutze die Autofahrt für ein Gespräch mit Gott statt für Radio. Schaffe dir einen festen Tag in der Woche, an dem du bewusst „Nein“ zu zusätzlichen Verpflichtungen sagst.
Ein Ort der Stille: Richte dir eine kleine Ecke ein – vielleicht nur ein Sessel mit einer Decke und deiner Bibel –, wo du regelmäßig zur Ruhe kommst. Dein Herz wird diesen Ort kennenlernen und dort schneller zur Gelassenheit finden.
Routinen für das Herz – im Vertrauen wachsen
Geistliche Ruhe wächst in Beziehung. Je öfter du dich bewusst in Gottes Gegenwart begibst, desto natürlicher wird es. Du lernst, seine Stimme von all den anderen Stimmen zu unterscheiden. Du lernst, dass Innehalten im Alltag nicht Zeitverschwendung ist, sondern Lebensquelle.
Hier sind einige Routinen, die dein Herz nähren können:
Morgendliche Übergabe: Beginne den Tag, indem du Gott alles hinlegst, was kommt. Nicht als perfekten Plan, sondern als ehrliches „Ich brauche dich heute.“
Abendliches Loslassen: Bevor du schlafen gehst, übergib Gott bewusst, was du nicht geschafft hast. Vertraue darauf, dass er die Nacht über alles trägt, was dir Sorgen macht.
Wöchentlicher Sabbat-Moment: Nimm dir eine feste Zeit pro Woche, in der du ganz bewusst pausierst. Es muss nicht perfekt sein. Es darf einfach eine Zeit sein, in der du „Ja“ zu Gottes Einladung zur Ruhe sagst.
Denk daran: Diese Rhythmen sind keine neue To-do-Liste. Sie sind Liebesbriefe an dein erschöpftes Herz. Hilfen, um dich daran zu erinnern, dass du nicht allein trägst, was das Leben dir aufbürdet.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Was sagt die Bibel über Ruhe?
Die Bibel spricht an vielen Stellen über die Bedeutung von Ruhe. Gott selbst ruhte am siebten Schöpfungstag (1. Mose 2,2-3) und gab Israel das Sabbatgebot als Geschenk. Jesus lädt in Matthäus 11,28 explizit alle ein, die müde sind, zu ihm zu kommen und Ruhe zu finden. Psalm 46,11 ermutigt uns: „Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin.“ Ruhe ist keine Nachlässigkeit, sondern ein Ausdruck des Vertrauens in Gottes Fürsorge.
Wie kann ich Schuldgefühle wegen Pausen überwinden?
Schuldgefühle entstehen oft durch falsche Glaubenssätze – die Vorstellung, dass wir uns Ruhe erst verdienen müssen. Erinnere dich daran, dass Jesus selbst Pausen machte und seine Jünger dazu aufforderte (Markus 6,31). Ruhe ist ein göttliches Geschenk, keine Belohnung für Leistung. Bete bewusst um Gottes Perspektive und erlaube dir, seine Gnade anzunehmen – auch in Form von Rast.
Wie finde ich Zeit für Stille Zeit mit Gott im vollen Alltag?
Beginne klein. Selbst fünf Minuten bewusste Stille am Morgen können dein Herz ausrichten. Nutze bestehende Übergänge im Tag: beim Zähneputzen, während der Kaffeepause, auf dem Weg zur Arbeit. Es geht nicht um Perfektion, sondern um Beständigkeit. Gottes Nähe erfahren wir auch in kurzen, ehrlichen Momenten.
Ist es egoistisch, mir selbst Ruhe zu gönnen?
Nein. Jesus selbst zog sich regelmäßig zurück (Lukas 5,16). Du kannst nur aus einem vollen Herzen geben. Wenn du dir keine Erholung gönnst, dienst du irgendwann aus Leere statt aus Fülle. Fürsorge für dich selbst ist keine Selbstsucht, sondern Weisheit – und sie befähigt dich, anderen aus einem Ort der Kraft zu begegnen.
Ein letztes Wort an dein Herz
Vielleicht sitzt du gerade da, immer noch erschöpft, immer noch mit diesem Gefühl, dass du eigentlich weitermachen müsstest. Doch ich möchte dich ermutigen: Dein Wert hängt nicht davon ab, wie viel du schaffst. Gottes Liebe zu dir ist keine Gegenleistung für deine Performance.
Du darfst dich ausruhen. Du darfst innehalten. Du darfst aufatmen.
Gott sieht dich. Er kennt deine Müdigkeit. Und Er lädt dich ein: Komm. Leg ab, was dich beschwert. Lass Mich dir Frieden schenken, den die Welt dir nicht geben kann.
Wenn du dir wünschst, tiefer in geistliche Ruhe hineinzuwachsen und mehr darüber zu erfahren, wie du Gottes Nähe im Alltag erfahren kannst, findest du auf meinem Blog weitere Impulse und Ermutigung. Lass uns gemeinsam lernen, aus der Quelle zu trinken, die niemals versiegt.
Du bist geliebt. Du bist gesehen. Und du hast Erlaubnis zur Pause.