Du glaubst an Gott, aber glaubst du Gott auch?

Du glaubst an Gott, aber hast du schonmal drauf geachtet, ob du Ihm auch glaubst, was Er dir zuspricht? Ich finde genau hier liegt der Knackpunkt, wie ruhig und zuversichtlich wir aufgrund unseres Glaubens durchs Leben gehen. Sei ehrlich: Du glaubst an Gott. Aber glaubst du Ihm auch?

Hell erleuchteter Kircheninnenraum als Symbol für den Glauben an Gott

Der unbequeme Unterschied

An Gott glauben: Die Theorie

An Gott glauben ist intellektuell. Du kennst die Glaubenssätze, kannst Bibelverse zitieren, nickst im Gottesdienst. Es ist der Glaube, der in deinem Kopf wohnt – sicher, ordentlich, kontrolliert. Dieser christliche Glaube ist wichtig, keine Frage. Aber er bleibt oft genau dort: im Kopf.

Viele von uns leben jahrelang mit diesem Glauben. Wir wissen über Gott, aber wir kennen ihn nicht wirklich. Wir glauben an Seine Existenz wie an historische Fakten: wahr, aber kaum lebensverändernd.

Gott glauben: Die Praxis

Gott glauben ist etwas völlig anderes. Ihm zu vertrauen, auch wenn du deine Situation gerade oder schon länger nicht verstehst, ist oft gar nicht so leicht. Es erfordert Mut, dein Leben in Seine Hände zu legen, wenn du den Ausgang nicht kennst. Es ist der Sprung vom Wissen ins Vertrauen und genau dieser Sprung fühlt sich an wie sich erstmal ins Leere zu stürzen.

„Vertraue auf den HERRN von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand, sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen.“

Sprüche 3:5-6

Dieser Vers fordert uns heraus: Verlass dich nicht auf deinen Verstand. Das scheint fast unmöglich in einer Welt, die uns beibringt, alles zu durchdenken, zu planen und abzusichern.


Wenn Kontrolle zur Komfortzone wird

Die Illusion der Sicherheit

Zwischen Meetings, Kinderbetreuung, Haushalt und den tausend Dingen, die erledigt werden müssen, entwickeln wir oft Überlebensstrategien. Wir organisieren, takten durch und schauen voraus. Das gibt uns das Gefühl von Kontrolle und Kontrolle fühlt sich sicher an.

Aber auch hier wieder: Wie oft hast du schon gebetet und trotzdem nicht schlafen können? Wie oft hast du Gott um Führung gebeten und gleichzeitig deine eigene Strategie ausgearbeitet? Wie oft hast du „Dein Wille geschehe“ gesagt und innerlich gedacht: „Aber bitte so, wie ich es mir vorstelle“?

Das ist der Moment, wo unser Glaube im Alltag zur Herausforderung wird. Wir glauben an Gott, aber wir trauen ihm nicht zu, die Kontrolle zu übernehmen. Wir halten die Zügel fest in der Hand. … nur für den Fall.

Der hohe Preis der Kontrolle

Die unbequeme Wahrheit ist doch: Dieses Kontrollbedürfnis kostet uns mehr als wir denken. Es raubt uns Schlaf, unseren Frieden und oft sogar die Lebensfreude. Es macht uns mehr zu funktionierenden Maschinen statt zu Menschen, die in ihren Glauben eintauchen und diesen leben.

Jesus spricht direkt in diese Erschöpfung hinein:

„Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel kostbarer als sie?“

Matthäus 6:25-26

Das ist keine fromme Floskel. Das ist eine radikale Einladung, anders zu leben.


Was echtes Vertrauen bedeutet

Nicht Passivität, sondern Partnerschaft

Vertrauen auf Gott bedeutet nicht, faul auf dem Sofa zu sitzen und zu warten, dass Gott alles regelt. Es bedeutet, deinen Teil zu tun und gleichzeitig zu akzeptieren, dass das Ergebnis nicht in deiner Hand liegt.

Du gehst arbeiten, kümmerst dich um deine Familie, triffst Entscheidungen, aber du klammerst dich nicht mehr an Ergebnisse. Du tust, was vor dir liegt, und vertraust Gott mit dem Rest. Das ist anstrengend für unseren Kontrollfreak-Verstand, aber sehr befreiend für unser Herz.

Die Herausforderung des Glaubens

„Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“

Hebräer 11:1

Dieser Vers ist ganz klar. Zuversicht haben für etwas, das du nicht siehst? Nicht zweifeln an dem Unsichtbaren? Das widerspricht allem, was uns die Welt beibringt. Aber genau das ist Glaube leben.


Konkrete Schritte zu mehr Vertrauen

Klein anfangen

Du musst nicht gleich dein ganzes Leben umkrempeln. Starte mit einer Sorge, die dich aktuell beschäftigt. Bringe sie ganz konkret im Gebet vor Gott und entscheide dich bewusst: „Ich gebe dir heute die Kontrolle über diese Situation.“

Das wird sich zunächst vielleicht falsch anfühlen. Aber das ist gut. Wachstum fühlt sich am Anfang selten komfortabel an. Du darfst dir immer wieder selbst die Frage stellen: „Ich glaube an Gott, aber glaube ich Ihm auch?“.

Ehrlich beten

Lass die frommen Floskeln weg. Gott kennt dein Herz sowieso. Sag ihm, dass du Angst hast. Dass du XY nicht verstehst. Dass du gerne die Kontrolle behalten würdest. Diese Ehrlichkeit ist der Beginn einer echten Beziehung.

Gottes Treue festhalten

Schreib auf, wo Gott sich als treu erwiesen hat. Nicht als Instagram-taugliche Lobpreis-Liste, sondern als ehrliche Erinnerungshilfe für die Momente, in denen du zweifelst.


Frontalaufnahme eines Löwen, symbolisch für Gott als Löwe von Juda, der uns stärkt, schützt und für uns kämpft.

Deine Einladung

Gott lädt dich heute ein, den Schritt vom Kopf ins Herz zu wagen. Von der Theorie zur Praxis. Vom Wissen zum Vertrauen. Es ist bestimmt kein einfacher Weg, aber er führt zu einem Leben, das wirklich lebendig ist. Und je weiter du diesen Weg gehst, desto tiefer wächst dein Vertrauen.

Die Frage ist nicht, ob du an Gott glaubst. Die Frage ist: Glaubst du ihm genug, um loszulassen?


Dein nächster Schritt

Wenn du merkst, dass das Thema Kontrolle und Vertrauen dich gerade besonders herausfordert, habe ich etwas für dich: Mein kostenloser Download „Mit Gott zur Ruhe kommen“ hilft dir dabei, mitten im Alltag praktische Schritte zu gehen, um bei Gott immer mehr zur Ruhe zu finden.

In diesem Workbook erfährst du, wie du vom getriebenen Funktionieren zum entspannten Vertrauen kommst – nicht theoretisch, sondern mit konkreten Übungen für deinen Alltag.

Hier kostenlos herunterladen: „Mit Gott zur Ruhe kommen“


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen an Gott glauben und Gott glauben?

An Gott glauben ist Kopfsache: du weißt intellektuell, dass Gott existiert, kennst biblische Wahrheiten und Glaubenssätze. Gott glauben ist Herzenssache: du vertraust Ihm dein Leben an, auch wenn du Seinen Plan nicht verstehst. Der erste ist Theorie, der zweite ist gelebte Beziehung. Es ist der Unterschied zwischen Wissen über jemanden und jemandem wirklich vertrauen.

Warum fällt es schwer, Gott wirklich zu vertrauen?

Weil Kontrolle unsere Komfortzone ist. In einer Welt, die uns beibringt, alles zu planen, abzusichern und zu verstehen, fühlt sich Loslassen gefährlich an. Vertrauen auf Gott bedeutet, die Illusion der Kontrolle aufzugeben und das kostet uns unser Sicherheitsbedürfnis. Besonders im fordernden Alltag, wo viel auf dem Spiel steht, wollen wir die Zügel nicht aus der Hand geben.

Wie kann ich lernen, Gott mehr zu vertrauen?

Durch kleine, konkrete Schritte: Beginne bei einer aktuellen Sorge und entscheide dich bewusst, sie abzugeben. Bete ehrlich ohne fromme Floskeln. Schreibe dir auf, wo du Gottes Treue in deinem Leben bisher erlebt hast. Gott vertrauen ist wie ein Muskel: er wird stärker durch Übung. Je besser du Ihn kennenlernst und je mehr du Ihm zutraust, desto mehr möchtest du von Ihm immer und immer wieder erleben. Gott freut sich über dein Vertrauen und du darfst Ihn auch bitten, dir bei diesem Prozess zu helfen.

Welche Bibelstellen helfen beim Thema Vertrauen?

Sprüche 3:5-6 fordert uns ganz klar auf, nicht auf unseren eigenen Verstand zu vertrauen, sondern in allen Bereichen unseres Lebens mit Ihm zu rechnen. Matthäus 6:25-26 zeigt Gottes praktische Fürsorge am Beispiel der Vögel. Hebräer 11:1 definiert Glauben im Alltag als feste Zuversicht für das Unsichtbare. Diese Verse sind nicht nur Trost, sondern echte Herausforderung für unser Kontrollbedürfnis.

Was bringt es, Gott im Alltag zu vertrauen?

Echtes Vertrauen auf Gott bringt Frieden trotz äußerem Chaos. Du musst nicht mehr die Last tragen, alles kontrollieren zu müssen. Es schenkt Freiheit von der Erschöpfung des ständigen Absicherns und gibt dir die Gewissheit, dass Gott auch aus Umwegen und Fehlern etwas Gutes machen kann. Glaube leben verändert nicht unbedingt deine Umstände, aber es verändert dein Herz und damit dein ganzes Leben.

Vielleicht interessiert dich auch ...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert